Ein Gartengruß mit Gurke

Heute war ein besonders glücklicher Tag in meinem Leben als Gärtnerin, denn als ich am Morgen bei strahlendem Sonnenschein und Vogelgezwitscher in die Gartenstube trat, zeigten sich in der feuchten Erde meiner Pflanzgefäße erstmals winzige grüne Pünktchen, soll heißen, die Gurken keimen und wachsen endlich.

Um es den Winzlingen gemütlich zu machen, schnappte ich das Anzuchthäuschen und stellte es an einen windstillen Ort in die Sonne, natürlich nicht, ohne zuvor fleißig zu gießen.

Dass ich schon den ganzen Tag mit einem Grinsen im Gesicht unterwegs bin, liegt wohl daran, dass meine Arbeit der letzten Wochen, durch dieses wunderbare Ereignis heute Morgen entlohnt wurde. Vor etwa vier Wochen besorgte ich mir in einer Gärtnerei Bio- Pflanzensamen. Zuvor hatte ich reichlich recherchiert und mich gegen Hybridsaatgut entschieden, das zwar im ersten Jahr für reiche Erträge sorgt, allerdings können die Samen der Pflanzen aus diesem Saatgut nicht weiterverwendet werden, da die Keimfähigkeit nachlässt und die Eigenschaften sich verändern. Langfristig will ich selbstverständlich mein eigenes Saatgut gewinnen und deshalb musste Bioware her, obwohl Bio- oder besser noch Demeter-Saatgut teurer sind, als die Massenware.

Als nächstes besorgte ich mir bei einem nahegelegenen Bauern fruchtbare, schwarze, duftende Komposterde, anschließend kramte ich im Schuppen und entdeckte ein paar Anzuchthäuschen aus Plastik. Nachdem ich die Gefäße gründlich gereinigt hatte, befüllte ich sie mit dem Kompost, streute mein Saatgut vorsichtig und nicht zu dicht in Reihen auf die angefeuchtete Erde und dann begann das Warten. Gärtnern ist nicht nur eine Knochenarbeit, zum Beispiel beim Umgraben des Kartoffelackers, sondern auch eine Geduldsübung, wobei mir letzteres mehr zu schaffen macht als die körperliche Anstrengung. Weil die Gurken vom bloßen Abwarten und Tee trinken nicht wachsen, tat ich mein Bestes um es den Samen so gemütlich wie möglich zu machen, in der Hoffnung sie würden dann schnell keimen. Das heißt, ich besorgte mir eine Sprühflasche und feuchtete damit die Erde täglich an. Bei Sonnenschein stellte ich die Pflanzgefäße in die Sonne, nachts brachte ich sie ins warme Haus, ich achtete darauf, dass sie keine kalte Zugluft abbekamen und wenn ich mich unbeobachtet fühlte, redete ich auch ein bisschen mit ihnen, das muss ich zugeben.

Als ich auch nach einer Woche immer noch keinen einzigen Gurken-Keimling entdecken konnte, schwand meine Hoffnung langsam. Meine Gurkengespräche wurden eher zur Gurkenbeschwörung, ich goss und sonnte die Erde gewissenhafter denn je und endlich, nach 12 Tagen, heute, am 02. Mai, zeigen sich die winzigen grünen Keimlinge. Ich werde die Pflänzchen hegen und pflegen und hoffe, im Juli, pünktlich zu meinem großen Sommerfest, über das ich natürlich noch berichten werde, die ersten selbstgezüchteten Biogurken ernten zu können.

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