Speisekammer

Kennst du foodsharing? Im Prinzip eine Initiative gegen Lebensmittelverschwendung in unserer westlichen Welt. Tonnen an Speiseresten, aber eben auch noch sehr gut verwendbaren Lebensmitteln werden täglich weggeworfen. Über foodsharing und sogenannte „fairteiler“ soll dem Ganzen entgegengewirkt werden. Supermärkte, aber auch Einzelpersonen können hier anderen den Zugang zu ihren Resten ermöglichen, teilen, was sie selbst nicht mehr brauchen oder sonst wegwerfen würden. Eine tolle Initiative, wie ich finde und selbst habe ich, oder auch wir als WG, davon immer mal wieder Gebrauch gemacht.

Nun, jedenfalls kam es nun so, dass da dieser ungenutzte Schrank bei uns Garten, direkt vor dem Fenster meiner Gartenstube stand. Ein ungünstiger Ort, da er mir einiges von dem Licht nahm, das ich doch so gut für die Anzucht meiner Gurken gebrauchen könnte! Es dauerte nicht lange, da hatten sich ein paar Mitstreiterinnen in der WG gefunden und gemeinsam haben wir dann die Türen angemahlt. Mein kleiner Bruder auf der wackeligen Leiter strich den Deckel des Schranks mit Bitumenanstrich an, um ihn wenigstens ein bisschen vor Regen und Nässe zu schützen. Die angemalten Türen und auch das eigens zugesägte Dachschild, wurden außerdem, um Witterungsschäden möglichst minimal zu halten, mit Klarlack lackiert. Von Hand, weil die Nähmaschine nicht ganz wollte, habe ich noch kleine blaue Wimpel genäht. Sehr sympatisch sah das Ding nun von außen aus. Allerdings befand sich innen bislang nichts mehr als ein Brett (in beachtlicher Höhe) und eine Kleiderstange, die erstmal umständlich beseitigt werden musste. Alla Jojo-Konstruktion hat der Schrank nun doch noch einige Fächer gezimmert bekommen, aus Holzresten dich ich irgendwo im Schuppen auftreiben konnte.

Ja, und dann war es soweit. Der Schrank war fertig und wurde verhüllt vot die Haustür gestellt und die Nachbarn des Nachts per Flugblatt für abends und eine feierliche Enthüllung und Einweihung des Schranks am Feuerkorb eingeladen.

Auch die Regionalpresse war eingeladen und vermutlich ist ein großer Teil des erstaunlichen Erfolgs unserer „Speisekammer“ auch auf den ausführlichen Bericht in den Schorndorfer Nachrichten Bericht in den Schorndorfer Nachrichten  zurückzuführen.

Am Anfang strotzte der Schrank nur so vor Schokoladenosterhasen, mittlerweile haben die Marmeladen, viele davon auch selbstgemacht, gemeinsam mit den Konserven an Bohnen etc. Und Kaffee überhand genommen. Und sehr viel besser könnte es gar nicht laufen! Wann immer ich in ihn hineinsehe (und das ist für gewöhnlich mehrmals täglich) finde ich eine neue Gabe und stelle fest, dass etwas anderes genommen wurde. Ein tolles Projekt – herzlichen Dank allen, die daran so fleißig mitgearbeitet haben und ganz besonders auch allen, die den Schrank so schön bedienen!

 

Randnotiz: Interessant war auch zu beobachten, dass insbesondere am Anfang die Leute ein wenig Zeit gebraucht haben um sich „einfach so“ etwas aus dem Schrank zu nehmen, sehr vielen mussten wir erst nocheinmal gesondert versichern, dass es sich eben nicht um einen „Tauschschrank“ handelt, sondern man sich auch einfach etwas nehmen kann, ohne zu geben, oder eben andersherum.

 

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